Gabelstapler aus dem 3D-Drucker

Beim Surfen in Thingiverse, einem Forum dass Unmengen an Druckvorlagen (kostenlos) zur Verfügung stellt, fand ich einen Gabelstapler. Vorgestellt wird er von RAMATEC, einem Mitglied des Forums. Ich habe dann die Teile für die Version mit dem schwenkbaren Teleskoparm mit PLA-Filament ausgedruckt.

Da der Gabelstapler beim Samstäglichen Spielbetrieb von rund 4h ziemlichen Belastungen ausgesetzt wird, habe ich einige Teile mit FreeCAD neu bzw. anders konstruiert und dann entsprechend gedruckt.

Herausgekommen ist ein funktionsfähiges Modell mit sehr guten Eigenschaften. Anfangs von den Mitgliedern unseres Vereins belächelt, hat er schnell gezeigt dass mit diesem Modell ein vollwertiger Gabelstapler zur Verfügung steht. Die Hubhöhe ist größer als die eines Gabelstaplers von Robbe, ausserdem fährt er schneller auf und ab. Die schwerste Last die er bisher gehoben hat, sind 340g, Dann hört man den Motor aber auch schon gewaltig arbeiten.

Einige Anmerkungen zum Bau:
Wer denkt dass ein Alu U-Profil mit einer äußeren Breite von 8,9mm in das U- eines U-Profil mit einer lichten inneren Weite von 9mm passt, irrt da gewaltig. Nach dem ersten Frust habe ich mir die Führungsschienen selber gedruckt. Das geht auch, ist aber keine dauerhafte Lösung. Also habe ich den Fräser angesetzt und das größere Profil im Innenbereich auf eine passsende Breite gefräst.

Damit der Träger für die Gabeln beim Auf- und Abfahren frei läuft, habe ich ein Schlitten gedruckt, an dem auf jeder Seite 2 Kugellager mit einem Aussendurchmesser von 5mm montiert werden können. Dadurch ist ausgeschlossen dass sich der Schlitten beim Auf- und Abfahren verkantet.

Als Reifen für das Vorderrad habe ich Fender im Maßstab 1:33 genommen, die Decke des Hinterrades besteht aus einem Stück Gartenschlauch. Die Felgen, die Anlenkung und die Aufhängung des Fahrmotor wurden ebenfalls neu konstruiert.

Als Regler für die Motoren habe ich Modelle von 3D-Parts eingesetzt. Der Empfänger ist ein Graupner GR-12 HoTT. Zur Stromversorgung habe ich 6 NIMH-Akkus 1,2V/2100mAh in ein (selbstgedrucktes) Gehäuse gesetzt. Dadurch steht genügend Akkuleistung für ausreichend Spielbetrieb zur Verfügung. Ausserdem bildet das Gewicht der Akkus ein gutes Gegengewicht zur Last, damit der Stapler mit dem Hinterrad Bodenhaftung hat.

Noch ein Wort zu dem Motor für die Winde: ich habe einen Motor mit 300 U/min verbaut. In Verbindung mit den von mir verwendeten Fahrreglern läuft der Motor bei Stop noch ein Stück weiter, so dass präzises Anheben auf Höhe ein Geduldsspiel ist. Hier empfiehlt sich ein langsamerer Motor und ggf. ein anderer Fahrregler (z.B. CTI).

Abschließend werde ich den Stapler noch mit 2 Endschaltern für den oberen und unteren Anschlag und einer gelben Rundumkennleuchte ausstatten. Wer meine Modelle kennt, weiß dass auch eine Person hinter das Steuer kommt.

Danke an RAMATEC dafür dass er dieses schöne Modell konstruiert und veröffentlich hat.