Spanisches U-Boot S-80

Leider gibt es nur noch wenige Hersteller von U-Boot Bausätzen. Die Auswahl an umbaufähigen Modellen aus Plastik (z.B. Revell) ist ebenfalls
überschaubar. Somit bleiben nur gebrauchte Modelle (z.B. ebay), der Bau nach Plänen/Vorlagen und seit neuestem Modelle aus dem 3D-Drucker.

Bei Thingiverse fand ich die Druckdateien für das Spanische U-Boot S-80 der Isaac Peral Class im Maßstab 1:120. Da mir das Boot mit einer Länge von ca. 62cm zu kurz ist, habe ich die zu druckende Teile auf den Maßstab von 1:80 (150%) skaliert. Damit erreicht das Modell eine Länge von fast 100cm.

Allerdings geht das natürlich auf die Dauer des Ausdrucks. Für die komplette Hülle, Turm und Ruder brauchte der Drucker fast 175 Stunden, dabei wurden rund 1,1kg PLA-Filament mit einer Länge von ca. 380m verbraucht. Bei einem Preis für rund 20€ für 1kg PLA ist das natürlich sehr kostengünstig.

Die einzelnen Segmente habe ich mit UHU Hart Kunststoff zusammengeklebt und zusätzlich von innen noch einmal mit ABS-Streifen verstärkt. Dadurch ist der Rumpf sehr stabil.


WTC - Technikträger/Druckkörper

Die Technik muss natürlich in einem Behältnis eingebaut werden das wasserdicht ist. Dazu habe ich ein 50cm langes Rohr aus Acrylglas mit einem Aussendurchmesser von 70mm und einer Wandstärke von 3mm gekauft. Dieses Rohr wird an beiden Enden von mit O-Ringen abdichtende Kappen abgeschlossen.
Natürlich gibt es fertig ausgestattete Technikträger zu kaufen. Diese sind i. d. R. sehr teuer (über 300€), ausserdem macht es mehr Spaß selber etwas zu konstruieren. Bis auf den Tauchtank habe ich alle Teile selber konstruiert und gedruckt.
Da das S80 als statisch tauchendes Boot konzipiert ist, wird ein Tauchtank benötigt. Damit kann das Boot ohne Fahrt tauchen/auftauchen und bei exakter Tarierung der Gewichtsverlagerung quasi unter Wasser auf einer Stelle "schweben". Bei Fahrt unterstützen die Tiefenruder den (Auf)Tauchvorgang.

Verbaut sind :
- 2 NIMH Akkus mit 6V/2800mAh
- Tauchtank von Maximus, Volumen 350mm
- BTS Tauchmodul (Tauchtanksteuerung, Failsafe, Spannungswächter)
- LR3 Lageregler (Lageregler für Tiefenrudersteuerung)
- Graupner Empfänger 40MHz 8-Kanal
- CTI Thor 15 Fahrtregler mit BEC
- Graupner Speed 500er Motor (Brushed)


Das Propellerblatt trägt 7 Blätter, der Turm ist mit Positionsbeleuchtung versehen.

PLA ungeeignet

Bei einer Veranstaltung stand das Boot mehrere Stunden in der Sonne. In Folge der Aufwärmung verzog sich das Oberdeck. Bei den daneben stehenden Modellen aus ABS und Polystrol zeigten sich dagegen keine Verformungen auf.
PLA hat den Nachteil dass es ab ca. 50°C beginnt weich zu werden. Das bedeutet für mich dass ich nun den kompletten Rumpf neu drucken muss.
Als Filament werde ich diesmal ASA nehmen dass ausser dem Vorteil erst ab ca. 80°C weich zu werden zudem schlagfester als ABS ist und sich wesentlich besser als PLA nachbearbeiten lässt.
Allerdings ist der Druck von ASA schwieriger als der von PLA. Sind die Parameter beim Drucken nicht richtig gewählt, bricht/reißt das ausgedruckte Teil schnell. Dieser aufwändigere und langsamere Druck wird die Druckzeit erheblich verlängern.